Was bedeutet der Grundsatz der Einheit des Verhinderungsfalls?
Entgelt-Fortzahlung
Entgelt-Fortzahlung

Der gesetzliche Anspruch auf Entgelt-Fortzahlung im Krankheitsfall ist auf die Dauer von sechs Wochen beschränkt. Dies auch dann, wenn während bestehender Arbeitsunfähigkeit eine neue, auf einem anderen Grundleiden beruhende Krankheit auftritt (Grundsatz: Einheit des Verhinderungsfalls). Ein neuer Entgelt-Fortzahlungsanspruch entsteht nur, wenn die erste krankheitsbedingte Arbeitsverhinderung bereits beendet war, als die weitere Erkrankung zur Arbeitsunfähigkeit führte.

Das Bundesarbeitsgericht hat in seiner Entscheidung vom 11.12.19 festgestellt: Ist der Arbeitnehmer arbeitsunfähig und schließt sich daran in engem zeitlichen Zusammenhang eine im Wege der „Erstbescheinigung“ attestierte weitere Arbeitsunfähigkeit an, müsse der Arbeitnehmer im Streitfall darlegen und beweisen, dass die vorangegangene Arbeitsunfähigkeit im Zeitpunkt des Eintritts der weiteren Arbeitsverhinderung geendet habe.

Abgedruckt in IWW AA Arbeitsrecht aktiv, Heft 03/2020, S. 37

Entgelt-Fortzahlung im Krankheitsfall