Nur ein sehr geringer Anteil der Bevölkerung, der Vermögen zu vererben hat, hinterlässt bei seinem Tod eine letztwillige Verfügung (Testament oder Erbvertrag).

Viele dieser Testamente sind fehlerhaft. Dies kann dazu führen, dass die letztwillige Verfügung unwirksam ist. Dann tritt die gesetzliche Erbfolge ein, was man ja gerade durch ein Testament ausschließen wollte.

Das Erbrecht ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt und fasst mehrere 100 Paragraphen. Wie Sie sehen, handelt es sich hier um ein großes Feld, das vom Laien oft nicht überblickt werden kann.

Wenn die im Gesetz vorgesehene gesetzliche Erbfolge in Ihrem Fall – aus welchen Gründen auch immer – nicht geeignet ist, müssen Sie eine letztwillige Verfügung verfassen. Darin können Sie dann Ihre individuellen Regelungen treffen, so wie Sie es für richtig halten.

 

Für die Wirksamkeit eines Testaments sind gewisse Anforderungen einzuhalten, damit es formell korrekt umgesetzt werden kann.

Wenn Sie ein Testament verfassen wollen, sollten Sie sich überlegen, ob es ein eigenhändiges Testament oder ein so genanntes öffentliches Testament sein soll.  Evtl. stellt auch ein Erbvertrag die richtige Verfügung für Ihren Fall dar.

Außerdem sollten Sie sich mit der Frage des Widerrufs, der Aufhebung bzw. Abänderung des von Ihnen verfassten Testamentes befassen. Im Laufe des Lebens gibt es immer wieder Veränderungen, die eine Anpassung des Testaments an Ihre aktuelle Lebenssituation erforderlich machen.

In einem Testament müssen Sie einen oder auch mehrere Erben (Erbengemeinschaft) einsetzen. Mit dem Eintritt des Erbfalles tritt der Erbe in alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen (Erblassers) ein. Das bedeutet, dass er nicht nur die Aktiva, sondern auch die Schulden des Erblassers übernimmt, wenn er die Erbschaft annimmt.

Sie können auch ein Vermächtnis anordnen, beispielsweise indem Sie einen bestimmten Gegenstand einer bestimmten Person zuwenden. Oder Sie ordnen eine Auflage an, also z. B. dass der Erbe die Grabpflege übernehmen soll.

Ehegatten haben die Möglichkeit, ein gemeinschaftliches Testament (sog. Berliner Testament) zu errichten.

Wer einen umfassenden Nachlass vererben oder geschäftlich unerfahrene Erben einsetzen will, kann eine Testamentsvollstreckung anordnen. Der Testamentsvollstrecker sorgt dann dafür, dass die Befolgung der im Testament erfolgten Anordnungen sichergestellt ist. Ein Testamentsvollstrecker wird meist eingesetzt, wenn vorab schon mit einem Streit unter den Erben zu rechnen ist oder eine Mehrzahl von Erben eingesetzt ist, die miteinander nichts zu tun haben.

 

Für eine Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Erben und Vererben