Der Mitte Juni 2020 als Teil des Corona-Konjunkturpakets vom Bundeskabinett beschlossene Kinderbonus wird gemäß § 6 Abs. 3 BKGG (Bundeskindergeldgesetz) für jedes Kind bezahlt, für das im Monat September 2020 ein Kindergeldanspruch bestand. Hierzu bedarf es keines Antrags der Eltern.

 

Und was ist mit den anderen Kindern, die im September 2020 nicht mehr kindergeldberechtigt waren?

§ 6 Abs. 3 S. 2 BKGG regelt, dass der Kinderbonus auch für andere Kinder beansprucht werden kann. Dies gilt, wenn sie für mindestens einen anderen Monat im Jahr 2020 einen Anspruch auf Kindergeld hatten. Damit wird er aufgrund dieser Regelung auch für Kinder bezahlt, die im letzten Quartal 2020 geboren werden. Er wird aber auch für Kinder gezahlt, die zwischen Januar und August 2020 wegen Erreichens der Altersgrenze von 25 Jahren bzw. dem Abschluss ihrer Berufsausbildung im September 2020 nicht mehr kindergeldberechtigt waren.

Die Familienkassen zahlen diesen Kinderbonus zusammen mit dem Kindergeld aus. Der Kinderbonus wird nicht in einem Einmalbetrag, sondern in jeweils zwei Raten von je 200 Euro und je 100 Euro ausgezahlt. Damit soll vermieden werden, dass Kinder von getrenntlebenden Eltern, für die der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt, mehr Geld zur Verfügung haben als Kinder, bei denen der andere Elternteil Unterhalt bezahlt.

Der Corona-Kinderbonus hat dieselbe Funktion wie das Kindergeld. Er ist auch unterhaltsrechtlich so zu berücksichtigen. Vom Corona-Kinderbonus profitieren am meisten diejenigen Familien, die Sozialleistungen beziehen. Der Grund liegt darin: Der Kinderbonus wird auf die Grundsicherung oder den Unterhaltsvorschuss nicht angerechnet.

(Quelle: BKKG, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)  

Unterhalt und Kinderbonus